Studio Orchester Ulmer Musikfreunde e.V

Jubiläum

Im Jahr 2016 feierte das Orchester den 70sten Geburtstag!!

Mitspieler willkommen!!

Nächstes Konzert:

Sommerserenade
am 08.07.2018
Schloss Erbach

Geschichte: 60 Jahre STUDIO ULMER MUSIKFREUNDE

Foto: Stephanie Englert

Es war eine düstere, was die Zukunft anging sehr unsichere Zeit, als im November 1945 sich junge Menschen entschlossen, im zertrümmerten Ulm wieder aktiv zu musizieren. Das kulturelle Leben in der Stadt war total erloschen. Am 24. März 1946 war es dann so weit: ein erstes öffentliches Konzert nach dem Kriegsende sollte stattfinden, im einzig unversehrt gebliebenen Saal der Stadt, im historischen Schuhhaus ( geheizt!). Das aber war nur möglich mit einer (noch heute im Archiv befindlichen) Genehmigung der amerikanischen Militärregierung, die vom damaligen Kulturbeauftragten der Stadt Ulm erwirkt wurde. Zugleich wurde der Orchestername STUDIO ULMER MUSIKFREUNDE gefunden. Ohne Unterbrechung gehört "das STUDIO" seither zum aktiven Musikleben der Stadt.

Nach dem Gründungs-Mentor und langjährigen Dirigenten Werner Nonnenberg leiteten seit 1968 ausschließlich professionelle Dirigenten das Orchester; Ernst Dunshirn (bis 1974), Hans Norbert Bihlmaier (bis 1999), Thomas Johannes Mandl (bis 2003) und Walter Althammer (heute) hat das Orchester viel zu verdanken. Das Aufführungskonzept - etwa 40 Streicher studieren und üben fleißig, zur Aufführung kommen Bläser befreundeter philharmonischer Orchester hinzu - hat sich früh etabliert und wird vom Publikum seit Jahrzehnten geschätzt. Durch das punktuelle Zusammenwirken mit Profimusikern ergeben sich sowohl für das Orchester als auch für einzelne Mitglieder vielfältige Kontakte und Anregungen.

Erstaunlich, dass heute noch zwei Musiker aktiv im Orchester spielen, die schon bei der ersten Probe 1945 dabei waren. Auch das gab Anlass, erstmals seit der Gründung die Geschichte des Orchesters in einer Festschrift/Orchesterchronik systematisch darzustellen und zu reflektieren (siehe Kasten). Ein seit den Anfangsjahren liebevoll und nahezu künstlerisch geführtes Orchesterbuch/Gästebuch hat alle wichtigen Fakten und Namen verlässlich geliefert. Beiträge von ehemals und derzeit aktiven Mitgliedern, Dirigenten, Solisten, Konzertmeistern, Konzertbesuchern, Musikkritikern, sowie von Komponisten der Uraufführungen, beleuchten das Orchester und sein Orchesterleben aus den unterschiedlichsten Perspektiven und ergeben ein lebendiges, kontrastreiches Mosaikbild.

Das "STUDIO" zeigt keinerlei Verschleißerscheinungen, sondern wirkt agiler und unternehmungslustiger denn je. Der swingende Auftakt zum Jubiläumsjahr, das Sylvesterkonzert 2005 mit einem rasanten Programm "On the Broadway", mag als Beweis dienen. Drei Konzerte im Jubiläumsjahr 2006 werden die Orchestergeschichte aktuell fortschreiben und die große musikalische Spannweite des Orchesters aufzeigen. Im Mai stellte ein festliches Programm mit klassischer, deutscher Hochromantik das Orchester in den Mittelpunkt. Die Sommerserenade im Hof des Schlosses Erbach brachte unter dem Titel "Nessun dorma" Arien und Intermezzi aus großen italienischen Opern (Solist Timothy Richards, Berlin). Höhepunkt des Jahres ist das Jubiläumskonzert am 25. November in der Pauluskirche Ulm: eine dem STUDIO gewidmete Komposition von Eva Schorr für Saxophon, Schlagzeug und Streicher mit dem Titel "Memorial" wird uraufgeführt; und mit der erstmaligen Aufführung von Ludwig van Beethovens neunter Sinfonie (unter Mitwirkung des Oratorienchor Ulm) erfüllt sich das STUDIO den Wunsch, damit alle Beethoven-Sinfonien (teils mehrmals) im Laufe seines Lebens realisiert zu haben. Am Tag danach wird das große STUDIO-Fest im Haus der Begegnung den Schlusspunkt an das Jubiläumsjahr setzen.

Ulm, 18.08.2006
Peter Obert